Gründungserklärung

In ganz Deutschland, Europa und der Welt versuchen regressive Kräfte wirkmächtig zu werden und ihre menschenverachtende Ideologie zu verbreiten. Auch in Göttingen und seinem direkten Umland kam es in den vergangenen Jahren zu vermehrten Nazi-Aktivitäten. Der Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen versuchte immer wieder seine völkische Ideologie auf die Straße zu tragen. Konsequenter Antifaschismus hat die organisierte Nazigruppe in eine Trümmertruppe verwandelt. Dies hat abermals gezeigt, dass er ein notwendiges Feld linksradikaler Politik bleibt.

Unserer Ansicht nach reicht es allerdings nicht aus, die (organisierten) Nazis aus Göttingen zu vertreiben, sondern es muss auch über den Tellerrand der linken Blase hinausgeschaut werden. Als Teil der radikalen Linken möchten wir dazu beitragen, den Nazis in Göttingen und den Provinzregionen Südniedersachsens das Leben schwer zu machen und ihnen jegliche Räume zu nehmen, in denen sie sich sonst wieder und wieder neu entfalten können.

Doch uns ist auch bewusst, dass dies allein das Problem nicht auf Dauer löst. Denn wir begreifen Nazis, islamistische Terrorgruppen oder andere MenschenfeindInnen nicht als isoliertes Phänomen, sondern als Produkt des Kapitalismus und seiner bürgerlich-patriarchalen Gesellschaft. Bedingung für einen praktischen Antifaschismus ist daher eine umfassende Analyse jener Verhältnisse „in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.“ (Karl Marx) Theorie bedingt Aktion! Antifa ist folglich für uns kein reiner Abwehrkampf oder Feuerwehrpolitik, sondern Grundlage dafür diese Verhältnisse umzuwerfen und das schöne Leben für alle zu erkämpfen. Unser Anliegen ist deswegen eine feministisch-emanzipatorische Theorie voranzutreiben, uns darin selbst weiterzubilden und diese in eine angemessene Praxis umzusetzen.

Rechte Strukturen angreifen – Kapitalismus überwinden!

*tba im Oktober 2017*