Kundgebung für ein transparentes und soziales Studentenwerk

Am Donnerstag den 14. Dezember um 15.30 rufen die Wohnrauminitiative Göttingen und das Bündnis Wohnheime gegen Mieterhöhungen zu einer Kundgebung für ein transparentes und soziales Studentenwerk im Foyer der Zentralmensa in Göttingen auf.

Kommt vorbei und zeigt euch solidarisch mit den Bewohner_innen und erinnert das Studentenwerk an seinen sozialen Auftrag! Rote Straße bleibt!

Hier der Aufruf der Wohnrauminitiative Göttingen und des Bündnis Wohnheime gegen Mieterhöhungen:

Aufruf zur Kundgebung: Für ein transparentes und soziales Studentenwerk!

Am 14.12.2017 tagt der Stiftungsrat des Studentenwerks Göttingen. Dieser beschließt unter anderem den Haushalt für das kommende Geschäftsjahr 2018. Er ist damit das maßgebliche Gremium, welches unter Anderem über die Miete in den einzelnen Studierendenwohnheimen und in der kommenden Sitzung konkret über den Verbleib studentischen Wohnraums in der Innenstadt entscheidet. Konkret geht es in dieser Sitzung um den Erhalt der Wohnheime in der Roten Straße 1-5 und Burgstraße 52. Der Stiftungsrat greift also durch die Verabschiedung des Haushaltes direkt in die Wohnsituation aller Wohnheime des Studentenwerks ein und gestaltet dementsprechend massiv die Lebensrealitäten der einzelnen Studierenden.

Im Gegensatz zu den Leitlinien des Studentenwerks „die Bedürfnisse und Probleme der Studierenden […] ernst [zu nehmen] und […] ihnen mit sozialen, zielorientierten und zeitnahen Lösungen zur Seite [zu stehen]“ hat der Stiftungsrat in seiner Funktion als oberstes Entscheidungsgremium des Studentenwerks die massiven Mieterhöhungen von bis zu 70€, welche in vielen Wohnheimen zu Beginn dieses Jahres in Kraft traten, beschlossen. Diese Mietpreissteigerung war eine zutiefst unsoziale Entscheidung, welche nicht zum Wohle der einzelnen Studierenden getroffen wurde. Im Gegenteil: durch sie wurden die psychischen und finanziellen Belastungen vieler Studierender in Göttingen weiter erhöht. Dies ist besonders unverständlich, da bereits bauliche Mängel in einzelnen Wohnheimen auftreten und die erhobenen Mieterhöhungen nicht für eine vorausschauende Instandhaltung der Gebäude verwendet wird. Die Verfallspolitik des Studentenwerks zeigt Kontinuität und betrifft Wohnheime aller Größenordnungen. Das ist gelinde gesagt eine große Sauerei!

Die Mieterhöhungen in den Wohnheimen sind Teil einer gesamtstädtischen Entwicklung. Allein in den letzten vier Jahren stiegen die Mieten in Göttingen um durchschnittlich 25% und erreichten in der Innenstadt Quadratmeterpreise von rund 12€. Dass auch das Studentenwerk Göttingen diesem Trend unkritisch folgt, zeugt von einem fragwürdigen sozialen Verständnis. Unser wichtigstes Anliegen ist daher die Forderung an den Stiftungsrat, die massiven Mieterhöhungen zurückzunehmen!
Des Weiteren kritisieren wir die Praxis des Studentenwerks Göttingen, dass die betroffenen Studierenden nicht in Planungsprozesse und Vorhaben, etwa über Mieterhöhungen oder bauliche Veränderungen ihres Wohnraumes einbezogen werden! Wir als Studierende haben ein grundsätzliches Interesse daran, jene Belange mitzugestalten, die uns direkt betreffen, um so idealerweise Lösungen im Interesse aller Beteiligten zu finden. Es ist ein Unding, dass das Studentenwerk insbesondere die Bewohner*innen der großen Wohnheime immer wieder vor vollendete Tatsachen stellt und dass immer wieder Beschlüsse gefasst werden, welche die Bewohner*innen dann umsetzen müssen. Solange Vorstand und Stiftungsrat solche tiefgreifenden Entscheidungen, wie die Mieterhöhungen Anfang des Jahres unter sich ausmachen gilt: #nichtmeinStudentenwerk!

Auch in den Hausprojekten Rote Straße/ Burgstraße werden die Leitlinien des Studentenwerks nicht so genau genommen. Seit über zwei Jahren versucht Jörg Magull, Vorstand des Studentenwerks, die BewohnerInnen mit den anfallenden Instandsetzungskosten unter Druck zu setzen. Sie sollen nahezu vollständig von den BewohnerInnen übernommen werden, ansonsten droht die Unbewohnbarkeit der Häuser. So weigert sich das Studentenwerk explizit mit der Instandsetzung zu beginnen, bevor eine Einigung über die Kostenübernahme erzielt wurde. Es nimmt damit die Baufälligkeit und Unbewohnbarkeit der Häuser billigend in Kauf! Für die unhaltbaren baulichen Zustände ist jedoch in erster Linie das Studentenwerk selbst verantwortlich, indem es in den 70er Jahren eine technisch falsche Sanierung durchführte, die u.a. die Fachwerkbalken verschimmeln ließ!
An dieser Stelle kann und muss der Stiftungsrat die drohenden Unbewohnbarkeit der Häuser abwenden, indem er den Vorstand des Studentenwerks auffordert, umgehend mit der Sanierung zu beginnen und die dafür notwendigen Gelder bereitstellt.

Aufgrund der dargelegten Beispiele sehen wir es als unsere Pflicht an, den Stiftungsrat an die Leitlinien und an den Stiftungszweck des Studentenwerks zu erinnern.
Wir fordern sozial verträglichen Wohnraum für alle Studierenden in Göttingen und den sofortigen Sanierungsbeginn in der Roten Straße!
Darüber hinaus fordern wir das Studentenwerk auf, sich vehement auf Landesebene für studentische Belange einzusetzen. Insbesondere soll bei einer Verweigerung von Zuschüssen seitens des Landes nicht der Kopf in den Sand gesteckt werden, sondern sich nachdrücklich und zeitnah für die finanzielle Förderung von studentischem Wohnen eingesetzt werden!
Studieren darf keine Frage des sozialen Status sein, sondern muss allen Menschen zugänglich sein!

Kommt am 14.12. um 15.30 Uhr in das Mensafoyer der Zentralmensa, um das Studentenwerk an seinen sozialen Auftrag zu erinnern!