Thorsten Heise – Der Werdegang eines Nazikaders

Seit dem 30. Januar gibt es das Projekt „Völkischer Flügel“ innerhalb der NPD, maßgeblich initiiert von Thorsten Heise. Der Nazikader Heise ist kein unbeschriebenes Blatt. Seit mehreren Jahrzehnten steht er im Fokus antifaschistischer Arbeit. Wir haben uns dazu entschlossen, seine Vergangenheit in einer Kurzfassung neu aufzuarbeiten und ihn als einen der wichtigsten rechten Akteure in unserer Region wieder mehr in den öffentlichen Fokus zu stellen.

Der Völkische Flügel und die NPD
In der Selbstdarstellung heißt es, der völkische Flügel sei ein „nationalistisch und völkisch orientiertes Bündnis innerhalb der NPD, welches eine parteiübergreifende Zusammenarbeit mit gleichgesinnten Organisationen und Personen anstrebe. Dem Liberalisierungsprozess und Mitgliederschwund in der Partei müsse Einhalt geboten werden. Durch eigene Projekte, Veranstaltungen, Schulungen, Medien und Sprecher wolle der völkische Flügel aktiv am Parteigeschehen mitwirken.“
Die am 30. Januar 2018 veröffentlichte Proklamation auf der Website des völkischen Flügels trägt eine deutliche Handschrift des NPD-Vizevorsitzenden Thorsten Heise, der im Impressum der Website steht und schon seit längerer Zeit keinen Hehl daraus macht, dass er für eine Radikalisierung der NPD steht, ganz nach dem Vorbild alter FAP-Strukturen, in denen er selbst politisiert wurde. Nachdem Heise an der letzten Bundesvorstandswahl am 11.März 2017 gegen den amtierenden und als liberaler geltenden Parteivorsitzenden Frank Franz antrat und unterlag, sieht er mit dem Projekt Völkischer Flügel nun möglicherweise seine Gelegenheit gekommen, die Partei grundlegend zu verändern. Das zweite abermals gescheiterte NPD-Verbotsverfahren, welches im Januar 2017 zu einem Urteil fand, spielte dem Nazikader Heise in die Hände. So wurde die Partei zwar als verfassungsfeindlich befunden, jedoch sei aufgrund ihrer Bedeutungslosigkeit im politischen Tagesgeschehen ein Verbot nicht gerechtfertigt. Da mit einem dritten Verbotsverfahren gegen die NPD in absehbarer Zeit nicht zu rechnen ist, sieht Heise nun möglicherweise die Gelegenheit gekommen, die Partei grundlegend umzukrempeln. Sollten andere rechtsradikale Splitterparteien wie Die Rechte endgültig das Handtuch werfen, würde dem erneuten Mitgliederaufschwung der NPD nicht mehr viel im Wege stehen. Die Partei würde einen ähnlichen Sammelbecken-Charakter für militante Nazis erhalten, wie die FAP ihn einst hatte, in deren Parteistrukturen Heise selbst groß geworden ist und die er selbst maßgeblich mitgeprägt hatte.
Unter den ErstunterzeichnerInnen der Proklamation des Völkischen Flügels befinden sich neben Thorsten Heise, Baldur Landogart und Wolfgang Schimmel aus dem Bundesvorstand der NPD, auch Mitglieder der NPD-Landesvorstände. So unterschrieben unter anderem die Landesvorstände I. Stawitz (Schleswig-Holstein), J. Fiedler (Hessen), M. Walter (Rheinland-Pfalz), L. Schwarzbach (Hamburg), H. Görmann (Bremen) und M. Dammann (Niedersachsen). Auch regionale NPD-Leute wie Heises Kreistagskollegin Monika Hirkow sowie Matthias Fiedler, Heises Vizevorstand im Eichsfelder Kreisverband tragen die Proklamation mit. Unter den UnterstützerInnen finden sich außerdem Gianluca Bruno, Beisitzer im niedersächschischem Landesvorstand, Antje Mentzel, die Bundesvorsitzende des Ring Nationaler Frauen sowie der Stahlgewitter-Mitbegründer Frank Kraemer, der auf YouTube das Format „Multikulti trifft Nationalismus“ betreibt. Es fällt auf, dass außer dem Thüringer NPD-Vorsitzenden Heise noch keine weiteren Vorstandsmitglieder aus ostdeutschen Landesverbänden die Proklamation unterzeichnet haben.
Am 02. Februar äußerte sich Baldur Landogart in einem offenen Brief zum Projekt Völkischer Flügel, welcher in sozialen Netzwerken eifrig verbreitet wurde – unter anderem von Thorsten Heise. Sein Telefon stünde seit Tagen nicht mehr still, so schreibt Landogart. Die unterschiedlichsten Anfragen würden ihn erreichen, der Zuspruch von sämtlichen Kreisen, Verbändern und Mitglieder am Projekt Völkischer Flügel sei überwiegend positiv. Ein Arbeitstreffen der Aktivisten sei bereits einberufen. Im weiteren Verlauf des Briefes wendet sich Landogart an die „Kritiker“. Diese „Unkenrufe“ kämen nicht aus den Reihen der Basis, sondern von einigen wenigen höheren Funktionsträgern in der Partei. Doch stößt der Brief Landogarts auch in den eigenen Reihen auf Kritik. So schreibt der Nazi Maximilian Reich in einem Facebook-Kommentar, dass der „ehrliche Antrieb hinter dem völkischen Flügel“ nicht jetzt schon nach Klüngel und Machtspielchen riechen dürfe, sonst hätte man das Recht auf eine Erneuerung von unten verwirkt.
Es lässt sich sagen, dass sich die NPD nach wie vor in einem Flügelstreit befindet, dessen Ausgang offen ist. Klar ist, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil an ParteifunktionärInnen unzufrieden mit mit der eher pragmatischen und den bürgerlichen Anschein wahrenden Ausrichtung des amtierenden Vorsitzenden Frank Franz ist und eine ideologische, überparteiliche Radikalisierung der NPD als rechtes Sammelbecken anstrebt.

Baldur Landogart (Tobias Schulz) und Thorsten Heise im November 2017 bei einem sogenannten Heldengedenken im Eichsfeld

Exkurs: Die Freiheitlich deutsche Arbeiterpartei (FAP)
Die heute noch militante extreme Rechte hat, neben dem historischen Nationalsozialismus, ihre Vorbilder und Gründungsfiguren in den 1970er Jahren erhalten. In diesem Zeitraum kam es, nach der ersten Blüte der 1964 gegründeten NPD, zu tiefgreifenden Konflikten in der extremen Rechten. Während die NPD den Nationalsozialismus auf legalistische Weise rehabilitieren wollte, setzten jüngere Faschisten vermehrt auf militante Organisationen, um ihre politische Programmatik durchzusetzen. Dabei sind zwei verschiedene Strömungen festzustellen: Auf der einen Seite Gruppierungen, wie die Aktion Widerstand und daraus folgend die Aktion Neue Rechte (ANR), als Abspaltung der NPD. Ziel dieser Gruppierungen war es an linke Debatten anzuknüpfen und diese um die nationale Frage zu ergänzen. Das äußerte sich unter anderem in einem Befreiungsnationalismus, welcher für die Völker der Dritten Welt ebenso wie für Deutschland galt. Aus einer weiteren Spaltung der ANR ging dann wiederum die Volkssozialistische Bewegung Deutschlands/Partei der Arbeit unter Friedhelm Busse, welche später in der FAP aufgehen sollte, hervor. Daneben gab es in den 1970er Jahren eine ganze Reihe weiterer Wehrsportgruppen und kleineren Organisationen, wie die NSDAP/AO (Auslandsorganisation) oder die Aktionsfront Nationaler Sozialisten (ANS/NA) als legaler Arm der NSDAP/AO. Beide Gruppen wurden von den gleichen Kadern dominiert, die zum Teil heute noch Einfluss auf die Naziszene haben, unter anderem Christian Worch. Die FAP selbst wurde 1979 gegründet und war bis 1984 politisch bedeutungslos. Mit dem Verbot der ANS/NA traten deren Kader, unter anderem Michael Kühnen, 1984 in die FAP ein. Bereits hier spielte der Parteienstatus eine maßgebliche Rolle, da die Hürden eines Verbots wesentlich höher liegen, als beispielsweise bei einem Verein. Die traute Einigkeit in der FAP hielt jedoch nicht lange. 1986 wurde die Homosexualität Kühnens bekannt, weswegen es zur Spaltung der FAP kam. Kühnen wurde nach und nach aus der Partei gedrängt und Friedhelm Busse übernahm den Vorsitz der FAP. Diese Spaltung wurde maßgeblich durch weitere persönliche Konflikte, sowie Uneinigkeit über die politische Strategie der FAP geprägt. Der Kühnen-Flügel hatte das Ziel eine national-revolutionäre Massenpartei im Stile der SA und nach dem Vorbild des früheren NSDAP-Mitglieds Strasser zu errichten, während der Busse-Flügel eher der SS zugeneigt war und eine Kaderpartei erreichten wollte, die in revolutionären Zeiten in der Lage sei, die Massen zu führen. Die grundlegende Programmatik wieder einen nationalsozialistischen Staat in Deutschland errichten zu wollen, war aber bei beiden identisch. Unter den Vorzeichen, dass vermehrt junge Kader, die mit den alten Streitigkeiten nichts zu tun hatten, organisatorische Positionen übernahmen, entspannte sich die Situation um 1989/1990 endgültig und die FAP wurde zum Sammelbecken der nazistischen militanten Rechten. So übernahm die FAP unter anderem 23 der 25 Punkte des NSDAP-Parteiprogramms von 1920.
Festzuhalten bleibt, dass sich in der FAP eine Kaderstruktur mit organisatorischen Schwerpunkten herausbildete, welche heute noch intakt ist und mindestens zum Teil zum Umfeld des NSU gezählt werden kann. Prominente Beispiele sind Siegfried Borchardt aus Dortmund und Thorsten Heise aus Niedersachsen. Die alten Netzwerke aus den Zeiten der FAP blieben auch nach dem Parteiverbot intakt und gingen in das Konzept der freien Kameradschaften ein.

Thorsten Heises Vergangenheit
Thorsten Heise wurde am 23.06.1969 als Kind von Bruno Heise (1988 verstorben) und Antje Heise geboren und wuchs in Nörten-Hardenberg auf. Kontakt zu rechten Hooligans hatte er bereits zu Schulzeiten. Im Oktober 1985 gründete Karl Polacek den Kreisverband Göttingen der FAP. Polaceks Haus in Mackenrode diente als Treffpunkt und Schulungszentrum der militanten Naziszene der gesamten Region. Am 13.12.1988 trat Thorsten Heise in die FAP ein.
Heise legte innerhalb der rechten Skinheadszene einen rasanten Aufstieg hin. So machte er sich unter anderem einen Namen, als er 1988 auf einer Party die damalige Nazigröße Jörg Latzkowiak während seines Hafturlaubs verprügelte und sich als „neuer starker Mann“ (Staatsanwalt Heimgärtner im Göttinger Tageblatt vom 28.12.1988) profilieren konnte.
Am 9. Dezember 1989 organisierten Polacek und Heise einen Angriff von 80 Nazis auf das Göttinger JuzI. Von Polizeikräften gedeckt konnten die Faschisten sicher den Rückzug nach Mackenrode antreten.
Am 28. April 1990 wollte Heise in Nordhausen ein Konzert mit der Band „Störkraft“ veranstalten zu dem ca. 600 bis 1000 Naziskins anreisten. Das Konzert wurde jedoch von der Polizei untersagt. In der Folge kam zu einer Straßenschlacht zwischen den angereisten Nazis und der Polizei, bei der 150 Nazis festgenommen wurden. Einige der abreisenden Nazis irrten anschließend mit Autos durch Göttingen.
Nachdem Silvester 1990/91 der 21-jährige Alexander Selchow von den FAP-Anhängern Oliver Simon und Sven Scharf in Rosdorf/Nähe Göttingen umgebracht wurde, sah sich die niedersächsische Landesregierung gezwungen, die bisherige Politik der Ignoranz und Duldung rechter Aktivitäten, aufzugeben. Anfang des Jahres 1991 leitete das Innenministerium ein Ausweisungsverfahren gegen Karl Polacek ein. Nachdem Polacek aufgrund seiner österreichischen Staatsbürgerschaft (zu dem Zeitpunkt nicht EU-Mitglied) am 22.01.1992 aus der Bundesrepublik Deutschland ausgewiesen wurde, übernahm Heise den Posten seines politischen Ziehvaters endgültig.

Heise im August 1992

Das Justizwunder Thorsten Heise
Thorsten Heise gilt bis heute als Justizwunder. Trotz eines riesigen Vorstrafeinregisters kam er im Großen und Ganzen mehr als glimpflich davon. Wir verdeutlichen dies an folgendem Beispiel.
Am 06. Mai 1989 versuchte Heise einen Menschen libanesischer Herkunft mit dem Auto zu überfahren. Im April 1990 erhob die Göttinger Staatsanwaltschaft Anklage. Der für den 07. Mai 1990 angesetzte Gerichtsprozess gegen Heise wegen versuchten Totschlags musste jedoch abgeblasen werden, da Heise abtauchte. Über seinen Anwalt Klaus Kunze ließ er eine von ihm verfasste Erklärung verlesen. In diesem Schreiben bekundete er, dass es ihn sehr betrübe, absagen zu müssen und er von der Staatsanwaltschaft gezwungen worden sei, in den Untergrund zu gehen. Er würde von nun an den politischen und gewaltfreien Kampf aus dem Untergrund in das Volk tragen. Ab diesem Zeitpunkt wurde er per Haftbefehl gesucht. Zuerst hielt er sich eine Zeit lang in Nordhausen auf, anschließend verlagerte er seinen Aufenthaltsort nach Dresden. Später zog es ihn dann nach Berlin, wo er am Aufbau des Berliner FAP-Landesverbands beteiligt gewesen sein soll. Am 14. Februar 1991 wurde er anschließend von einem Zielfaahnungskommando der Polizei festgenommen und nach Niedersachsen überführt. Am 16. Februar 1991 wurde über die Presse bekannt, dass Thorsten Heise in Berlin festgenommen wurde und in Berlin/Moabit in U-Haft sitzt. Es wurde nun ein Prozessbeginn am 12. Juni 1991 gegen Heise veranschlagt. Sein Anwalt Klaus Kunze legte bereits am 10.05.1991 aus Angst vor antifaschistischen Interventionen sein Mandat nieder. Das darauf folgende Gerichtsverfahren, welches am 13. Juni 1991 im Landgericht Göttingen begann, wurde von einem versuchten Totschlag auf einen sogenannten gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr herabgestuft. Außerdem wurden weitere Anklagepunkte, darunter Körperverletzung und Landfriedensbruch verhandelt. Während des Verfahrens zeigte sich Heise reumütig und versuchte von sich das Bild eines Mitläufers zu zeichnen. Unter Einbeziehung einer Jugendstrafe aus dem Jahr 1988 und einer für ihn ausgesprochenen günstigen Sozialprognose des Gerichts bekam er ein Urteil von zwei Jahren Haft, die auf drei Jahre Bewährung ausgesetzt wurden. Das Urteil wurde am 05.06.1991 rechtskräftig.

Heise nach dem Verbot der FAP
Heise, der im Zeitraum 2015/16 als Redner auf den Kundgebungen des Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen immer wieder gerne über die „Kinderteller der Antifa“ herzog, wohnte bis zum Herbst 1993 noch bei seiner Mutter. Diese setzte ihn vor die Tür, als deren Wohnung in Nörten-Hardenberg nach Bekanntwerden als regionaler Nazi-Treffpunkt zum wiederholten Male Ziel antifaschistischer Interventionen wurde. Er zog daraufhin mit seiner damaligen Freundin nach Northeim. Sein dort erworbenes Haus, sowie das Gelände, wurden bald eine feste Größe für bundesweite Nazitreffen.
Am 24.02.1995 wurde die FAP verboten. Unter Mitwirken Heises entstand daraufhin das Konzept der Kameradschaften. Hierbei handelte es sich um regional organisierte, militante Nazigruppen mit einer bundesweiten Vernetzung. Am 24.01.1998 trat dann erstmals die Kameradschaft Northeim beim Aufmarsch gegen die Wehrmachtausstellung in Dresden öffentlich in Erscheinung. Heise heiratete am 12.06.1999 Nadine Quentin im alten Rathaus in Einbeck, welche seitdem auch seinen Nachnamen trägt.
Im Jahr 2002 kaufte das Ehepaar Heise für 350 000 DM das Gutshaus Hanstein in Fretterode, welches bis dahin als Altersheim fungierte. Das erworbene Haus wurde anschließend mit Unterstützung bundesweiter Nazistrukturen renoviert. Anschließend bezogen Nadine und Thorsten Heise, zusammen mit ihrem ersten Kind Nordulf, sowie den Eltern von Nadine Heise das Anwesen in Fretterode. Im Garten errichtete Heise 2006 die Reste eines 1971 hergestellten und 2004 zerstörten Denkmals der „Leibstandarte-SS Adolf Hitler und der 12. SS-Panzerdivision Hitlerjungend“.
Auf Einladung des damaligen Bundesvorsitzenden Udo Voigt, der mittlerweile als Europaabgeordneter wirkt, trat Thorsten Heise 2004 der NPD bei. Aktuell ist er Kreistagsabgeordneter der Eichsfelder NPD, Vorsitzender des NPD-Kreisverbandes, Vorsitzender des NPD-Landesverbands Thüringen sowie Bundesvize-Vorsitzender. Er gilt neben seiner Führungsrolle in der Kameradschaft Northeim bzw. Kameradschaft Eichsfeld als tragende Leitfigur in der Arischen Bruderschaft, die als eine Art Elite-Führungszirkel bestehend aus führenden Kameradschaftsmitgliedern mehrerer Bundesländer zu verstehen ist.
Neben seinen Umtrieben in der extrem rechten Parteienlandschaft und innerhalb der Kameradschaftsszene, ist Heise auch im Versand-und Rechtsrockbusiness sehr aktiv. Er ist zudem Ausrichter des jährlich stattfindenden Eichsfeldtags in Leinefelde, einem eintägigen Rechtsrockevent, sowie des im April 2018 in Ostritz stattfindenden Schild- und Schwert-Festivals. Das mehrtägige Event soll nach Aussagen Heises sowohl Kampfsport, Musik und Austauschmöglichkeiten bieten.

Gutshaus Hanstein in Fretterode

Heise und der NSU
Dass Heise die Umsetzung politischer Ziele mit Gewalt und auch mit Waffen gutheißt, kann unter anderem durch die Funde von scharfen Schusswaffen belegt werden, welche im Jahr 2007 bei ihm gefunden wurden. Wie auf NSU-Watch nachzulesen, hat Heise Kontakte in das unmittelbare Umfeld des NSU gehabt. So geht zum einen aus einem Medienbericht hervor, dass er in den Jahren 2000 und 2001 einen Briefwechsel mit Holger Gerlach gehabt hatte. Durch Gerlach, dem selbst Unterstützung der terroristischen Vereinigung NSU in drei Fällen zu Lasten gelegt wird, sei er in die Unterstützung des Trios mit eingebunden worden. Bei einer Hausdurchsuchung am 30.10.2007 in Fretterode sind neben Waffen zudem Tonbänder von Gesprächen zwischen Heise und Tino Brand sichergestellt worden, in denen sich die zwei unter anderem über das NSU-Trio unterhielten.

Fazit
Wir resümieren, dass Thorsten Heise nach wie vor einer der umtriebigsten Nazis in Mitteldeutschland ist, dem auch überregional eine tragende Rolle in der rechten Szene zukommt. So wirkt er in verschiedensten Milieus der extremen Rechten als Kader – sei es in der Parteiarbeit, in der Kameradschaftsszene oder im Rechtsrock. Dabei zeichnet er sich vor allem durch seine gute Vernetzung bis in die Tiefen des Rechtsterrorismus, sowie hohe eigene Gewaltbereitschaft aus.
Wir plädieren für eine konsequente Antifaarbeit, die über das Erhalten und Verteidigen linker Strukturen hinausgeht. Antifa in die Offensive!

*tba im April 2018*

(Anmerkung: Wir möchten darauf hinweisen, dass wir in diesem Artikel keinen Bezug auf die Aktivitäten Heises im Combat18-Netzwerk nehmen. Ausführliche Informationen hierzu finden sich in dem von Exif-Recherche publizierten Artikel in der Frühjahrsausgabe 2018 des Antifa Infoblatts.)